Dörr, Nora

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Lektorat und Online-Redaktion

Normungsstammtisch der Next Generation DKE: KI-Systementwicklung erfordert einen Rahmen

Der vierte virtuelle Normungsstammtisch der Next Generation DKE hat stattgefunden. Dieses Mal gab Dr. Henrik J. Putzer, Geschäftsführer der cogitron GmbH und Leiter des Kompetenzbereichs “Trustworthy Autonomous Systems (TAS)” bei der fortiss GmbH, einen spannenden Einblick in das Thema der Künstlichen Intelligenz.

Dies ist ein Veranstaltungsrückblick der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.

Unter dem Motto: „Künstliche Intelligenz – mit Vertrauenswürdigkeit zur Potenzialentfaltung“ führte Dr. Putzer die Teilnehmenden in den aktuellen Stand der Technik von KI-Systemen ein. Fokus hierbei: Der Teilbereich des maschinellen Lernens mittels Neuronaler Netze mit all seinen positiven und negativen Einschaften.

KI-Systeme und Neuronale Netze sind noch nicht vollständig beherrschbar

Das zentrale Thema des Abends war die Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen.

Dr. Putzer erklärte in seinem Vortrag, dass Künstliche Intelligenz und Neuronale Netze zu einer Technologie gehörten, die noch nicht vollständig beherrschbar sei. Zwar seien KI-Systeme grundsätzlich deterministisch, aber das aktuelle Problem liege darin, dass KI-Systeme so hochdimensional agierten und noch nicht ausreichend nachvollziehbar seien.

Insbesondere gebe man mit dem Maschinellen Lernen gegenüber der klassischen (Software-) Entwicklung die schrittweise Verfeinerung der Anforderungen auf, womit die klassischen Ansätze zur Verifikation verloren gehen würden. Durch den immer stärkeren Einsatz von KI in sicherheitsrelevanten Produkten müsse hier ein grundlegendes neues Paradigma geschaffen werden, wie komplexe Systeme sicher zu gestalten seien, machte Dr. Putzer deutlich.

VDE Anwendungsregel als Grundlage für den Lebenszyklus von KI-Systemen

In diesem Zusammenhang stellte Dr. Putzer die neue VDE Anwendungsregel „Spezifikation und Entwurf autonomer/kognitiver Systeme“ vor.

VDE-AR-E 2842-61, die derzeit von Expertinnen und Experten erarbeitet wird, definiert Vertrauenswürdigkeitsanforderungen und entwirft technische Regeln für den gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen, um so die strukturierte Entwicklung von vertrauenswürdigen autonomen/kognitiven Systemen zu ermöglichen.

Inspiriert ist die VDE Anwendungsregel von der Normenreihe IEC 61508 zur funktionalen Sicherheit. Einige wichtige Merkmale der VDE Anwendungsregel sind die Unabhängigkeit von der Industrie, die Trennung von technischen und ethischen Aspekten sowie der risikobasierte Ansatz entlang des Produktebenszyklus von autonomen/kognitiven Systemen.

Nach einem informativen Impulsvortrag wurde die allgemeine Diskussion eröffnet. Dabei ging es unter anderem um das Problem unzureichender Datensätze, die Unsicherheiten im Output von Neuronalen Netzen sowie Unfallrisiken und Haftungsansprüche.

Nach einer intensiven Diskussion zwischen allen Beteiligten endete ein weiterer spannender Normungsstammtisch.

Der Normungsstammtisch der NextGen DKE wird wiederholt. Garantiert!

Nach zwei Stunden und einer lebhaften Diskussion, endete der vierte Normungsstammtisch mit vielen neuen Einblicken und interessanten Fragestellungen. Das Stammtisch-Team – Annette, Mareen und Alena – freuen sich auf die Fortsetzung dieser schönen Eventreihe!

Wenn ihr ebenfalls Mitglied der Next Generation DKE werden und die Normung kennenlernen möchtet, oder eigene Ideen für spannende Themen einbringen möchtet, schreibt uns gerne eine E-Mail.

E-Mail an Alena Widder

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